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Veranstalter
Stadt Lingen (Ems) Elisabethstraße 14-16
Lingen (Ems)
Tel. 0591 9144-0
Veranstaltungsort
Foyer des Rathauses der Stadt Lingen Elisabethstraße 14-16
49808 Lingen (Ems)
Tel. 0591 9144 0

Neue Ausstellungen gegen das Aussterben der Gebäudebrüter


„Mehr Platz für Spatz & Co.“ und „GartenVielfalt – Artenvielfalt“

 
Im Neuen Rathaus werden Besucherinnen und Besucher jetzt mit ungewohnten Geräuschen begrüßt. Fröhliches Vogelgezwitscher ist zu hören und das Foyer ist mit vielen Pflanzen bestückt. Diese naturnahe Atmosphäre bringt die neue Ausstellung „Mehr Platz für Spatz und Co.“ mit sich, die kürzlich im Foyer des Neuen Rathauses eröffnet wurde.

Gebäudebrütende Tierarten wie Haussperrlinge, Schwalben, Mauersegler und Fledermäuse sind uns namentlich allen bekannt. „Auch in Lingen sind einige gebäudebrütende Tierarten beheimatet, die sich auf das Leben an und in Gebäuden spezialisiert haben“, erklärt Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone. Doch diese könnten bald vollständig verschwunden sein, denn die notwendigen Sanierungen von Altbauten mit moderner Wärmedämmung und neuen Dächern stellen eine große Gefährdung für sie dar. Hohlräume und Nischen werden geschlossen und den Tieren fehlt es damit an Brutplätzen. Auch die Neubauten werden heute zweckmäßig erbaut und bieten kaum noch Nistmöglichkeiten für Spatz und Co. „Es ist ein großes Dilemma: Einerseits ist die Wärmedämmung eine sinnvolle Investition in den Klimaschutz, andererseits gehen Hohlräume und Nischen, die den Gebäudebrütern bisher als Brutstätten dienten, ersatzlos verloren“, beschreibt Krone die Situation. Die Anzahl der Tiere ist bereits zurückgegangen und den einst häufigen Arten droht der Platz auf der sogenannten Roten Liste.

Über die Gefährdung dieser Tierarten klärt die Ausstellung „Mehr Platz für Spatz & Co.“ auf. Die Ausstellung des BUND Landesverbandes NRW wurde gemeinsam mit der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW und der Biologischen Station Hagen konzipiert. Der städtische Fachdienst Umwelt präsentiert mit der Ausstellung noch bis zum 26. März mögliche Maßnahmen und konkrete Unterstützung zum Schutz und zur Erhaltung der gefährdeten Tierarten.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung, an der auch der Vorsitzende des Umweltausschusses, Josef Heskamp, und Stadtbaurat Lothar Schreinemacher teilnahmen, wurde außerdem eine Plakatreihe unter dem Motto „GartenVielfalt – ArtenVielfalt“ präsentiert. Sie zeigt Beispiele, wie der eigene Garten naturnah und insektenfreundlich und mit viel Aufenthaltsqualität für die Nutzer gestaltet werden kann. Die Ausstellung wird von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland und des BUND Kreisgruppe Herne zur Verfügung gestellt. Laut Krone finde man gerade in Neubaugebieten immer öfter Schotterbeete und mit Steinen befüllte Stahlgitterzäune, die ökologisch völlig wertlos seien: „Gegen diese Steinwüsten möchten wir auch künftig als Stadt vorgehen. Denn unsere Hausgärten sind wichtige Lebensräume für viele Insektenarten, die wiederum die Basis für das Überleben vieler Vogel- und Fledermausarten sind.“

„Es sind beides Themen, die uns alle etwas angehen und bei denen wir selbst aktiv werden können“, appelliert der Oberbürgermeister. „Ich wünsche beiden Ausstellungen viele interessierte Bürgerinnen und Bürger und hoffe, dass Spatz und Co. in unserer Stadt noch lange ein Zuhause finden.“ Krone wünsche sich außerdem, dass auch Schulklassen die Ausstellung besuchen werden, da insbesondere Kinder ihre Eltern auf die Thematik aufmerksam machen können.




Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A., o.A., o.A., o.A., o.A., o.A., o.A.